Medizin in der 3. Welt

Medizin in der 3. Welt

BEWEGGRÜNDE

Wenn wir in dieser hektischen Welt einen kurzen Augenblick innehalten und versuchen Klarheit zu bekommen, warum

  • die eklatanten Unterschiede in unserer Welt immer größer werden,
  • das eine Kind in einen unglaublichen Luxus, das andere in bittere Armut und das nächste Kind in die Wirren eines Krieges geboren wird,
  • ein kleiner Teil der Weltbevölkerung versucht einen Weg in die ewige Jugend und Unsterblichkeit zu finden, während ein anderer großer Teil der Bevölkerung über Zugang zu sauberem Wasser, Lebensmitteln und medizinischer Basisversorgung glücklich wäre,
  • einer verschwindend geringer Teil Superreicher versucht Urlaub im Weltraum zu verbringen, während andere noch nicht einmal Zugang zu Bildung haben,

dann finden wir keine Antwort.

Aus diesem Grunde möchten wir ein Projekt vorstellen, an denen wir beteiligt sind und mit denen wir versuchen einen kleinen Betrag dazu zu leisten, dass diese Welt ein wenig besser wird.


BURKINA-FASO

Burkina-Faso ist eine ehemalige französische Kolonie (Obervolta), liegt im zentralen Afrika nördlich von Ghana und hat ca. 22 Millionen Einwohner. Das Land steht im Human Development Index (HDI) auf Rang 183 von 189 Staaten (UNDP, 2017) und ist geprägt von traditioneller Landwirtschaft zur Selbstversorgung.  Der staatliche Gesundheitsdienst übernimmt die Kosten für Geburten und die Behandlung von Kinder bis 5 Jahre. Implantatekosten werden auch für Kinder nicht übernommen. In Burkina-Faso sind im gesamten Land vier Neurochirurgen tätig, alle in der Hauptstadt Ouagadougu.


DIE KLINIK

Der Gründer des Vereines „Operieren in Afrika“, Prof. Dr. Rumstadt, ist seit mehr als 10 Jahren in Burkina-Faso aktiv und hatte in Anbetracht der teils desolaten Verhältnisse die Initiative zum Bau und Betrieb einer privaten und gemeinnützigen Klinik in Leo im Süden Burkina-Fasos gestartet. Ziel war es die Gesundheitsversorgung in Burkina Faso verbessern und durch langjährige kontinuierliche Arbeit vor Ort und mit der Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern einen nachhaltigen Wissenstransfer zu schaffen. Zwischenzeitlich konnte das Projekt durch großes Engagement realisiert werden und die Klinik ist seit einigen Jahren in Betrieb.

Operationssaal
Bettenhaus

INTERPLAST

Der gemeinnützige Verein Interplast beteiligt sich seit Jahren durch regelmäßige Missionen an der Versorgung vor Ort. Der Einsatz wird durch Mitarbeiter vor Ort geplant und dauert in der Regel 1-2 Wochen. Das Team arbeitet rein ehrenamtlich und besteht aus den Fachrichtungen Anästhesie und plastischer Chirurgie, ergänzt mit Fachpflegekräften für Anästhesie und OP-Assistenz. Da viele Schnittmengen zur Neurochirurgie bestehen und die Versorgung von neurochirurgischen Patienten vor Ort nicht gewährleistet ist, wurde das Team erstmals um einen Neurochirurgen ergänzt – ein Novum für Interplast, das Krankenhaus in Leo und auch für mich. Das gesamte Team besteht aus Mitarbeitern des Heilg-Geist-Hospial Bingen um die Teamleitung Frau Dr. R. Alamuti-Ahlers.


DIE TÄTIGKEIT VOR ORT

Die einzelnen Einsätze vor Ort werden durch das Team des Krankenhauses in Leo (http://www.cliniquesedogo.com) vorab koordiniert und ggf. schon im Vorfeld zu speziellen Fragestellungen mit den anreisenden Team Kontakt aufgenommen. Ziel ist neben der unentgeltlichen Behandlung der Patienten auch einen Wissenstransfer von den regelmäßig anreisenden Ärzteteams zu dem vor Ort tätigen Personal zu gewährleisten, so dass auch zukünftig eine Versorgung vor Ort mit eigenständigem Personal sichergestellt werden kann. Hierzu exisitierten bereits jetzt verschiedene Kooperationen mit Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen aus der Hauptstadt Ouagadougu. Nach der Anreise werden zunächst die geplanten Patienten in der Sprechstunde gesehen, fehlende Untersuchungen ergänzt und die weitere Versorgung geplant.

Ultraschalluntersuchung eines 9 Monate alten Kindes
Blick in der OP bei einer plastischen Operation mit den beiden hospitierenden Kolleginnen aus der Hauptstadt Ouagadougu.
Missbildung im Bereich des Fußes mit zusammengewachsenem 1.-3. Zeh und zusätzlichem 6. Zeh.

Schwerpunkt unseres Einsatzes sind Versorgung von Kindern und Erwachsenen mit Verbrennungen, Verletzungen und Missbildungen. Da sich erfahrungsgemäß viele Schnittmengen zwischen der plastischen Chirurgie und der Neurochirurgie ergeben, begleitete 2020 erstmals ein Neurochirurg (Dr. Welschehold) das Team um Frau Dr. Alamuti-Ahlers. 

Die Versorgung der Patienten wird nach der Operation im eigenen Bettentrakt der Klinik mit angeschlossener Apotheke und Ambulanz sichergestellt.


HILFSPROJEKTE

Neben dem eigentlichen medizinischen Hilfsprojekt mit eigenem Krankenhaus bestehen noch weitere Projekte, mit denen lokal die Bevölkerung und insbesondere Kinder unterstützt werden.

Da Bildung ein ganz wichtiger Aspekt für die Entwicklung eines Landes darstellt, wird in einem Schulprojekt seit 2004 eine Schule in Sissili (ca. 30 km von Léo entfernt) unterstützt. In der Schule werden 450 Kinder unterrichtet und von einem enorm engagierten Lehrerteam betreut und gefördert.

Um den ärmsten Kindern den Besuch einer Schule und einer Ausbildung zu ermöglichen, wurde 2007 ein Patenschaftsprojekt ins Leben gerufen, das Kindern aus besonders schwierigen wirtschaftlichen und familiären Verhältnissen unterstützt. Die Patenkinder werden von einem Vertrauensmann in Burkina Faso ausgewählt und individuell den Paten vermittelt. Mit einer monatlichen Unterstützung von 12,50 Euro wird den Patenkindern eine Basisernährung, Kleidung und Unterrichtsmaterialien finanziert.


UNTERSTÜTZUNGSMÖGLICHKEITEN

Falls Sie Interesse haben die Arbeit zu unterstützen ist eine Spende an folgende Organisationen möglich:

Interplast Germany e.V., Sektion Rhein-Main
Spendenkonto:
IBAN: DE78 5605 0180 0017 0618 88
Sparkasse Rhein-Nahe

http://www.interplast-germany.de/

Operieren in Afrika e.V.
Spendenkonto:
IBAN DE43 3006 0601 0005 4292 50
Deutsche Apotheker- und Ärztebank Mannheim

http://www.operieren-in-afrika.de/

Beides sind gemeinnützige Vereine, die ausschließlich ehrenamtlich betrieben wird. Spenden werden daher ohne Abzug vor Ort in Afrika eingesetzt. Durch langjährige Erfahrung verbürgen sich die Initiatoren beider Vereine, dass Ihre Spende direkt und sinnvoll eingesetzt wird. Selbstverständlich wird Ihnen gerne eine steuerlich verwendbare Spendenbescheinigung ausgestellt.

Haben Sie Fragen zu dem Projekt, der Tätigkeit vor Ort oder den Vereinen? Sprechen Sie uns an!


Einblicke in unser Hilfsprojekt